Crossmedia Konferenz 2014

Think CROSS - Change MEDIA reloaded! Nach dem erfolgreichen Erstling 2012 setzen die Macher des Masterstudienganges Cross Media auf Fortsetzung im März 2014.

 

Die Stärke der Konferenz Think CROSS - Change MEDIA besteht im Mix aus Wissenschaft und Praxis. Die "Elfenbeintürme" der Wissenschaft werden nicht eingerissen, die "Garagen" der Praktiker existieren gelassen daneben. Beide befruchten sich gegenseitig und heraus kommen gemeinsame Räume, Projekte und Produkte. Alle vereint die Neugier auf Weiter- und Neuentwicklungen in den Bereichen Medien und digitale Öffentlichkeit. Wir bieten den Platz zum Austausch in Vorträgen, Workshops und Praxisberichten und Inspiration durch Diskussion von interdisziplinären Themen aus den Bereichen Journalismus, Interaction Design und Management. Die Themen reichen von Connected TV über Datenjournalismus bis zu Start-up-Showcases.

 

Wo? Auf dem Magdeburger Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal

Wann? Vom 20. - 22. März 2014

Wer? Ausgerichtet durch den Masterstudiengang Cross Media

 

Konferenzstart am Donnerstag, den 20.03.2014, mit Grußwort und Keynote um 11 Uhr im Audimax, Einschreibung der Teilnehmer_innen ab 9.30 Uhr

Konferenzabschluss bildet am Samstag, den 22.03.2014, ein gemeinsames Panel von 15.30 - 16.30 Uhr.

 

Als Partner sind die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, der Mitteldeutsche Rundfunk und der Verlag für digitale Welten und IT O´Reilly mit im Boot.

Connected

Connected/Social TV

Neue Standards, wie zum Beispiel HbbTV, ermöglichen eine neue Qualität von interaktiven Zusatzinhalten auf dem TV und auf verbundenen Geräten, z.B. Tablets und Smartphones. Chatten, Twittern & Voten wird zum zentralen Bestandteil von Livesendungen, vertiefende Inhalte werden vor, während oder nach der Sendung angeboten. Die Social Media Konversation wird damit zu einem zentralen Bestandteil redaktioneller Prozesse.

Internet der Dinge

Alltagsgegenstände (die physischen Dinge), die uns umgeben, sind mehr und mehr in der Lage, ihre Umwelt über Sensoren wahrzunehmen. Sie können daraus ihren eigenen Kontext ermitteln und sind untereinander vernetzt. Die physische Welt würde sich stark verändern, wenn die Kommunikation der Dinge untereinander wichtiger würde als die Dinge selbst. Welche Informationen können die Dinge für die Medienwelt zur Verfügung stellen? Wer oder was ordnet, überprüft und setzt sie in einen sinnvollen Kontext? Wie kann eine crossmediale Bereitstellung der Informationen aus dem Netz der Dinge aussehen?

Onlinekollaboration

Onlinekollaboration findet bereits in vielen Bereichen statt, zum Beispiel in internationalen Projekten. Allerdings beschränkt sich die „Kollaboration“ meist auf Dokumentenaustausch und Diskussionen. Insbesondere bei kreativen Prozessen, in der Lehre  aber auch beim politischen Dialog besteht ein großer Bedarf an echten Kollaborationsprozessen, bei denen intensiv gemeinsam Dinge entwickelt werden, anstatt nur Ergebnisse und Ereignisse zu kommentieren. Das sind Herausforderungen z.B. für die projektbasierte Lehre in Online-Studiengängen aber auch in der politischen Weiterbildung.

Shared

Datenjournalismus - Open Data vs. Big Data

Die Datenmassen in den Servern dieser Welt sind der neue, heiße Rohstoff. Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen verfügen über Unmengen von Daten. Wenn sie sie computerlesbar zugänglich machen, verwandeln sich diese internen Daten zu „Open Data“. Datenjournalismus, auf Englisch präziser „Data driven Journalism“ bereitet solche Daten auf und macht sie öffentlich. Neue Darstellungsformen, besonders interaktive Grafiken, machen eine verständliche Aufbereitung dieser Daten erst möglich. Guter Datenjournalismus geht weiter. Er bietet dem Nutzer eigene Recherchemöglichkeiten an; manchmal stellen Medien auch noch die Rohdaten in maschinenlesbarer Form an. Der britische „Guardian“ war und ist hier Vorreiter. Der dunkle Widerpart von „Open Data“ sind die „Big Data“. Täglich werden rund 2,5 Trillionen Byte Daten aus unterschiedlichsten Quellen erstellt. Wir alle helfen mit: Jedes Benutzen einer Kredit- oder Kundenkarte, jedes Handytelefonat, jede Internetbestellung, Beiträgen auf Sozialen Netzwerken, digitale Bildern und Videos verraten, was wir mögen, wo wir sind, wer wir sind. Züchten wir Big Brother also selber heran?

Demokratie im Netz - Partizipation

Der Bürger 2.0 ist Realität. Der tägliche Gang ins Internet ist längst für fast alle Alterskohorten selbstverständlich. Und dies Netz hat unbestritten ein großes demokratisches Potential. Doch wie wird aus diesem Potential gesellschaftliches Handeln? Passen hergebrachte demokratische Traditionen zu den Routinen im Netz? Das fragen sich auch die politischen Akteure und bewegen sich mehr oder weniger clever in den digitalen Welten. Parteien, Regierungen und Institutionen möchten verkünden & erklären, aber nicht in einen kritischen Diskurs eintreten. Doch es gibt Bewegung. Der Petitionsausschuss des Bundestags bietet allen Bürgern auf einer eigenen Website an, „direkt und unkompliziert“ Petitionen zu starten, zu unterstützen, sich dazu zu informieren. Knapp 2400 abgeschlossenen Petitionen gibt es (stand September 2013). Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit… Doch wer ist hier aktiv? Werden die Stimmlosen aktiviert? Bieten die neuen Medien neuen Gruppen eine Chance auf Mitwirkung im politischen Prozess? Oder haben die gut ausgebildeten und elitären Gruppen eine zusätzliche Möglichkeit bekommen, die Meinungshoheit zu übernehmen?

Content und Design für Social Media

Während bei klassischen Medien oft technische Grenzen die formalen Beschränkungen eines Mediums diktierten (siehe Schwarz-Weiß-Fernsehen) ist bei Social Media Diensten oft die gezielte Gestaltung der Beschränkung der eigentliche Schlüssel zum Erfolg (siehe Twitter). Darüber hinaus macht das Social Web das Nutzer_innenverhalten nachvollziehbar und messbar. Anhand von technischen Parametern lassen sich Auffindbarkeit, Verweildauer und Interaktion von Webangeboten substantiell verbessern. Die Huffington Post nutzt ein ausgeklügeltes Echtzeit-Monitoring der Leistungsdaten ihrer Beiträge, das die Redakteure zur kontinuierlichen Optimierung ihrer Beiträge animiert. Ähnlich wie die Einschaltquoten im TV, aber um ein vielfaches stärker wirken diese Zahlen als Anreiz. Es stellt sich die Frage, welche Freiräume Redakteur_innen und Designer_innen sinnvollerweise haben sollten, was genau da eigentlich gemessen wird und ob es mit dem Ziel, ästhetische und inhaltliche Qualität zu schaffen, vereinbar ist.

Changed

Crossmedia - Journalismus im Wandel

Die Medien stellen Öffentlichkeit her – das ist ihre grundgesetzlich verbriefte Aufgabe. Doch sowohl diese Medien als auch die Öffentlichkeit sind im Wandel – mit gravierenden Folgen für Medienhäuser, Nutzer und Journalisten. Nachrichten sind immer und (fast) überall verfügbar. Besonders Printmedien suchen nach neuen Bezahl-, Verwertungs- und Distributionsmodellen. Bürgerjournalisten, engagierte Laien sind im Netz als Journalisten tätig. Politische und andere institutionelle Akteure schaffen sich an den Journalisten vorbei eigene Zugänge zum Publikum. Das kann man als Demokratisierung werten – oder als Qualitätsverlust. Denn professionelle Standards und Regeln gelten hier nicht. Selbst die Begriffsbestimmung, was denn ein publizistisches Medium ist, ist im Wandel. Klar gehören die Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehen und Radio dazu. Wie sieht es mit Newsaggregatoren und Nachrichten-Suchmaschinen, mit Twitter, Sozialen Netzwerken, Videoportalen und Blogs aus?

Crossmediales Storytelling

Klassisches Storytelling erzählt eine ganze Geschichte in einer einheitlichen Form, aufbereitet für ein Medium. Crossmediales Storytelling hingegen bricht die Geschichte in Erzähleinheiten auf und gestaltet sie jeweils in der dramaturgisch optimalen Form. Schließlich verbindet es diese Einheiten medienübergreifend, so dass jeder Übergang den Rezipient_innen folgerichtig erscheint und diesen am besten gar nicht bewusst wird. Beliebte Formen sind zur Zeit Tablet-Erweiterungen für TV-Sendungen (der sogenannte "2nd screen"), die Verbindung von fiktionalen Serien mit online Gaming, sowie Augmented Reality Games, die physische Objekte, mobile Anwendungen und klassische Medien miteinander verweben. Die beiden wichtigen Anwendungsfelder Marketing Storytelling und Journalistisches Storytelling entwickeln dabei ständig neue, spannende crossmediale Erzählformen für das Social Web und weitere Plattformen. Sie inspirieren sich, aber diskutieren ebenso Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen in Themenbereichen wie dem Branded Content.

Start up Showcases/Businessmodelle

Der Weg in die Selbständigkeit scheint im IT- und Medienbereich selbstverständlich zu sein und schillernde Beispiele berühmter Gründer_innenpersönlichkeiten unterstreichen das. Dennoch wagen überraschend wenige junge Studierende diesen Schritt. Die Start-up Showcases zeigen junge Initiativen auf dem Beginn ihres Weges und teilen Herausforderungen, Hoffnungen und Bedenken. Gemeinsam mit den Konferenzteilnehmern diskutieren sie ihre Geschäftsmodelle, Wagniskapital und Nachhaltigkeit.