Crossmedia Konferenz 2017

Das war die "Think Cross - Change Media" 2017 - Fragen zu Ethik und Verantwortung der Produzenten im Digital Business standen dieses Mal im VordergrundProgrammübersicht als pdf

13.00 Uhr Anmeldung, Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 9, 1.OG Großer Hörsaal

13.15 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Michael Herzog, HS Magdeburg-Stendal, Cross Media

13.20 Uhr Grußwort von Prof. Dr. Anne Lequy, Rektorin HS Magdeburg-Stendal

 

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Haus 14, Seminarraum 4

Haus 14, Seminarraum 2

Track 1 – Workshops

Track 2

Slot 1 :: Ethik und Recht

13.30-14.10 Uhr im Großen Hörsaal, Forum Gestaltung 

V  Ethische Konflikte von CrowdworkerInnen. Eine Analyse über Amazon Mechanical Turk

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den ethischen Grundsätzen (Code of Conduct) der Crowdworking-Plattform Amazon Mechanical Turk auseinander. Bei Amazon Mechanical Turk handelt es sich um einen Online-Marktplatz für Gelegenheitsarbeiten, der menschliche Intelligenz erfordert und auf die Schwarmintelligenz setzt. Das sind zum Beispiel das Erkennen von Objekten oder Personen in Fotos und Videos, Transkription von Audio-Aufnahmen oder Plagiatsprüfung. Die Aufgaben (Human Intelligence Task, HIT umfassen alles, was nicht von Computern gemacht werden kann, aber Computerarbeit erfordert. Dadurch ergeben sich etliche für die CrowdworkerInnen. Verschiedene Studien wurden in einer Sekundäranalyse ausgewertet, um die ethischen Konfliktbereiche für digitale CrowdworkerInnen aufzuzeigen. Als Analysekriterien dienen die Inhalte eines von einem deutschen Crowdsourcing-Anbieter ausgearbeiteten Code of Conducts. Das Ziel ist, Problemfelder zu definieren und zu diskutieren, um am Ende ein anwendbares Regelwerk zu erstellen.

Autoren: Beneder, Baur, Giuliani Siehe Vita

Nica Giuliani
V Analyse der EU-Datenschutzverordnung aus Sicht des EU-Bürgers

Die personenbezogenen Daten und der Datenschutz dieser ist in Zeiten von Big Data und Industrie 4.0 von immer wichtigerer Bedeutung. Dies sind nur zwei der Themengebiete in denen bisher verschiedene Datenschutzrichtlinien in den Ländern der EU greifen. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung, EU-DSGVO, soll an dieser Stelle ab 2018 vieles vereinfachen. So werden für die EU-Bürger und Unternehmen die Ihren Sitz in einem EU-Land haben, neue Richtlinien und bestenfalls neue Gesetze erlassen. Die ab Mai 2018 verbindlich geltende  EU-DSGVO erfordert den Aufbau eines Datenschutzmanagementsystems, die Berücksichtigung von Privacy by Design bzw. Default und reiht erstmalig das Ergreifen unzureichende Schutzmaßnahmen in die bußgeldrelevanten Tatbestände ein. Dabei wurde die Höhe der Bußgelder empfindlich angehoben. Der Vortrag beleuchtet die Stärken und Schwächen anhand von aktueller Literatur zur EU-DSGVO.

Autoren: Meyr, Jobst, Vellmer siehe Vita

Christian Vellmer

Slot 3 :: Big Data Analytics

15.10-15.50 Uhr im Großen Hörsaal, Forum Gestaltung

V Die digitale Convenience-Falle. Vom Wert unserer Daten

Die Kostenlos-Mentalität im Internet hat bekanntlich ihren Preis, doch wir sind bereits einen Schritt weiter und zahlen gerne dafür, im #yolo-Style als Ware gehandelt zu werden. Wenn uns der Komfort über die Gefahren von Big Data hinweg sehen lässt, stellt sich die Frage nach der gesellschaftlichen Toleranz. Forget the German Angst und entscheidet Euch – sonst entscheiden wir. Eine kritische Betrachtung darüber, was dem User die eigenen Daten Wert sind.

Autor: Norman Wiebach

Norman Wiebach
V Big Data Analysen gesundheitsrelevanter Informationen und deren Einfluss auf soziale und gesellschaftliche Aktivitäten

Big Data steht stellvertretend für die Erhebung und Analyse großer, komplexer Datenmengen. Besonders im Gesundheitswesen ist ein stetiges Wachstum der Datenmenge zu beobachten. Sei es nun durch die private Nutzung digitaler Medien oder dem institutionellen Einsatz von Informationssystemen. Durch entsprechende Analysemethoden stehen dem Nutzer zu jeder Zeit Informationen zur Verfügung. Doch kann dieses “Mehr an Wissen” die Freizeitgestaltung von Individuen beeinflussen? Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Umfrage unter jungen Menschen durchgeführt. Sie lässt Rückschlüsse darauf zu, dass dieses “Mehr” situativ, gesellschaftliche und soziale Aktivitäten tangiert.

Autoren: Huber-Hofmeister, Zachhuber, Falk  siehe Vita

 

Lukas Falk

Slot 2 :: Smart Home and Smart Reply

14.10-14.50 Uhr im Großen Hörsaal, Forum Gestaltung

V Smart Home Technologien - Ethisch bedenkliche "Helferlein"?

Auf Grundlage der voranschreitenden Technologie und den immer neuen Möglichkeiten können Smart Home Gadgets die hauptsächlich über das Smartphone steuerbar sind alltägliche Dinge übernehmen. Somit kann der Nutzer kontrolliert steuern und hat Zeit für andere Dinge, welches die Wohn- und Lebensqualität erheblich steigert. Allerdings bleibt die Frage offen, ob auch ethische Aspekte bei der Nutzung der Technologien berücksichtigt werden. Unsere Arbeit beschäftigt sich mit dem Akzeptanzverhalten der Generation Y, die mit dieser Technologie und ihrer Weiterentwicklung aufgewachsen sind. Anhand einer Umfrage wurde die Einstellung der Generation hinsichtlich ausgewählten Aspekten der Ethik überprüft.

Autoren: Henke, Wöginger, Steiner siehe Vita

Marie-Luise Henke
V Smart Reply von Nachrichten durch Künstliche Intelligenz

Die Arbeit behandelt die Veränderung des Kommunikationsverhaltens von Anwendern der neuen „Smart Reply“-Technik, die Google Inc. in der App und dem Desktop Add-On Inbox integriert hat. Durch die Beschleunigung der Kommunikation und Interaktion steht der Nutzer digitaler Kommunikationsmittel unter Druck in-time zu antworten und dem Kontext entsprechend zu reagieren. Die automatischen Antwortvorschläge der Applikation „Smart Reply“ sollen in dieser Hinsicht dem Anwender entgegen kommen und die Reaktionszeit verkürzen. Die Beantwortung der Frage, ob diese Funktion dem Nutzer die Eigen- und Selbständigkeit in der Kommunikation nimmt, ist Teil dieser Forschungsarbeit.

Autoren: Kirmeß, Schöne, Schönhals siehe Vita

 

Sascha Kirmeß

 

 

14.50-15.10 Uhr Kleines Käffchen

Slot 4 :: Ethik in Social Media

16.35-17.35 Uhr im Großen Hörsaal, Forum Gestaltung

V Ethische Fragen zur Verwendung digitaler Medien in der Primarstufe

Die vorliegende Arbeit wurde auf Basis der Informationsethik verfasst und beschäftigt sich mit dem Einsatz digitaler Medien in Linzer Volksschulen bzw. Bonner Grundschulen. Obwohl das Thema grundlegend aus einem ethischen Blickwinkel betrachtet wird, werden auch die damit verbundenen ethischen Bedenken in der späteren Lebensphase der Schülerinnen und Schüler, sowie in der Persönlichkeitsentwicklung aufgezeigt. Dazu wurde ein Online-Fragebogen erstellt und an die Zielgruppe ausgesendet. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Mehrheit der Befragten die Verwendung digitaler Medien im Schulunterricht als eher nicht oder sogar als gar nicht kritisch ansehen. Besonders Lehrkräfte, die erst seit wenigen Jahren unterrichten, setzen neue Technologien vermehrt im Unterricht ein. Überdies verdeutlicht die Umfrage, dass der Einsatz digitaler Medien ethische Bedenken hervorrufen kann und Probleme wie Internetsucht, Aufmerksamkeitsstörungen sowie Bewegungsmangel verstärken. Dennoch wird, laut Meinung der Lehrkräfte, auch das selbstständige Lernen sowie das Verantwortungsbewusstsein der Kinder positiv beeinflusst.

Autoren: Menzenbach, Ottendorfer, Steiner siehe Vita

Manuela Menzenbach
V Kontext & Bild: Der Einfluss von SocialMedia auf die ethische Beurteilung von Pressebildern am Beispiel von Facebook

Der Vortrag beantwortet die Frage, inwieweit der Publikations-Kanal Einfluss auf die Wahrnehmung von Pressefotografien hat. Das Paper stützt die These, dass Facebook als Kanal zur Nachrichtenverbreitung die ethische Beurteilung von Pressebildern zum Syrienkrieg beeinflusst, d.h. dass Bilder ethisch bedenklicher wahrgenommen werden. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde eine Online-Umfrage durchgeführt, in welcher der Grad der ethischen Bedenklichkeit anhand von relevanten Kriterien untersucht wurde. Um den Einfluss von Facebook als Kanal zu untersuchen sind einer Hälfte der ProbandInnen Pressebilder im Rahmen von Facebook mit den typischen Merkmalen Likes, Kommentare, sowie Emoticons gezeigt worden. Die Kontrollgruppe beurteilte die gleichen Bilder in einem neutralen Rahmen.

Autoren: Tummescheit, Müller-Wippefürth, Obermüller siehe Vita

Sophie Tummescheit
V Kaufentscheidung von Jugendlichen durch YouTube Social Influencer

Bekannte YouTube Influencer haben einen erheblichen Einfluss auf ihre meist junge Zielgruppe. Da die meisten Personen in dem Alter noch keine ausreichende Reflexion zu Werbung und Produktplatzierungen besitzen, sind sie besonders anfällig für nicht gekennzeichnete Produktplatzierungen und Schleichwerbung. Die Frage, welche sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, in welchem Umfang Produktplatzierungen in den oft hunderttausendfach geklickten Videos eingesetzt werden und ob die Werbung auch als solche gekennzeichnet ist. Diese wurde durch eine Videoanalyse bei vier deutschsprachigen Youtubern mit jeweils über einer Million an Abonnenten erforscht. Auf diese Analyse schließt sich die Frage an, wie dieses Verhalten ethisch zu betrachten ist und welche Schlüsse daraus für zukünftige Gesetzgebungen und Unternehmen gezogen werden können.

Autoren: Gradl, Strunk, Burmeister, Ablinger siehe Vita

 

Jonas Strunk

Kleines Käffchen 14.50-15.10 Uhr

Track 2 :: Trends und Tendenzen

16:00-17:30 Uhr im Hörsaal 1

V Netzpiloten Insights: Trends im Medienwandel

Der Medienwandel ist allumfassend und doch so unterschiedlich wie auch viel besprochen. Die New York Times entdeckt den Newsletter wieder, für uns Netzpiloten war er nie weg. Das Radio sucht seine digitale Zukunft, Podcasts scheinen Teil unserer Zukunft zu sein. Medienhäuser verringern ihre Redaktionen, wir Netzpiloten verstärken unsere und denken sie nach dem Prinzip Zufall neu. Die Presseverlage führen einen Kampf gegen AdBlocker, während wir Netzpiloten auf Bannerwerbung verzichten und uns durch gemeinsames Storytelling mit den Unternehmen erfolgreich finanzieren. Newsletter, Podcast, Serendipität, Native Advertising – außerdem Kuration und Blogging – sind unsere Trends im Medienwandel, die Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz in seinem Talk genauer vorstellt und mit dem Publikum diskutiert.

Tobias Schwarz
V Memes Everywhere. Politische Bilder, Internet-Meme und Journalismus

Internet - Memes, mal mehr, mal weniger witzige, von Internet-Nutzern millionenfach weiterverarbeitete und geteilte Text-, Bild- und Videobotschaften, sind seit ihrem Aufkommen in amerikanischen Underground-Internetforen in den frühen 2000er Jahren Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung einer kleinen, internationalen Forschungsgemeinde.

Dabei sind Internet-Meme weit mehr als schräge Notizen einer partizipativen Subkultur: Internet-Meme als Mittel der Auseinandersetzung sind Teil und Instrument eines globalen politischen Kampfes um die öffentliche Meinung, bei der die Kommentierung medialer Bildinszenierung permanenter Bestandteil memetischer Diskurse ist (Shifman, 2012). Dabei nehmen diese Diskurse nicht mehr nur in den entlegenen Winkeln des Internets Raum ein, sondern gelangen zunehmend auf die Webseiten der Massenmedien, die damit selbst Teil des memetischen Diskurses werden.

Die Veranstaltung richtet sich an das interessierte Fachpublikum im Bereich der Kommunikationswissenschaften, an Medienarbeiter sowie an die interessierte Öffentlichkeit, die sich näher mit partizipativen Internet-Phänomenen und speziell mit dem Thema Internet-Meme beschäftigen möchten. Die Veranstaltung soll die Chancen und die Herausforderungen von Internet-Memen für die Medienarbeit reflektieren und den bewussten Umgang mit neuen partizipativen Medien fördern.

Daniel Nauck
V To feed or not to feed the Troll – Redaktioneller Umgang mit kritischen Kommentaren im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk

Soziale Netzwerke haben die deutschen Medien verändert. Aus dem puren Senden und Empfangen ist mit der Entstehung von Social Networks ein „Senden - Empfangen - Feedback“ geworden. Zum Leserbrief oder Hörerbrief gesellen sich Posts, Kommentare, Tweets etc. – und das in wesentlich größerer Zahl als zuvor. Mit der quantitative Steigerung der Reaktionen kommen aber auch viel mehr hartnäckige Nutzer, denen an konstruktiver Kritik nicht viel gelegen ist: politische Agitatoren, Hetzer, verzweifelte Nutzer, besorgte Bürger, unzufriedene Hörer, Trolle. Wie sollte man mit ihnen umgehen? Welche Besonderheiten ergeben sich für öffentlich-rechtliche Angebote? Welche positiven Effekte kann man durch den Umgang mit Trollen erzielen? Ein Erfahrungsbericht von MDR SACHSEN-ANHALT.

Marc Biskup

Track 3 :: Personalentwicklung in Medienhäusern

16:00-17:30 Uhr im Hörsaal 3

V Innovative Volontaireausbildung beim Mitteldeutschen Rundfunk

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Frank Suppee
Peter Heller
V Redakteure gesucht - Strategische Personalentwicklung in der Mediengruppe Magdeburg

Karriereplanung und die diffuse Vorstellung "Irgendwas mit Medien" passen nicht zueinander. Wer dennoch in Redaktion und Verlag Fuß fassen will, trifft auf überholte Personalstrukturen. Die These: Die Talente laufen davon oder kommen oft gar nicht erst. Wie lässt sich aus Sicht der Medienhäuser dagegen steuern, um attraktiver zu werden? Und welche Anforderungen müssen Bewerber heute erfüllen? Welche Schwächen hat die Hochschulausbildung? Ein Praxisbeispiel verdeutlicht: Hochglanz ist schön, aber nicht immer zielführend. Worauf Bewerber und Verlage bei der Umsetzung achten müssen und wie beide die Nachhaltigkeit Ihrer Maßnahmen sichern können.

Heike Groll
Regina Kriependorf

Ausklang des ersten Konferenztages mit der Projektpräsentation

"Mulimedia im Museum" im Bereich Design, Haus 9

bei Rotwein, Bier und/oder Wasser ab 18.00 Uhr

Poster Session

15.50-16.35 Uhr Vorflur Großer Hörsaal

Fachpräsentation (Kaffee und Refreshments werden gereicht):

V Ethische und rechtliche Konflikte von Augmented Reality Games: Pokémon Go

Pokémon-Go-Spieler spielen während des Autofahrens, an Gedenkstätten wie in Auschwitz und auch das GPS-Tracking ist ihnen zugunsten eines erfolgreichen Spielverlaufs egal. Das ist die landläufige Annahme, die in der wenigen bislang veröffentlichten Literatur zum Thema Ethik in Augmented Reality Games bestätigt wird. 219 Pokémon-Go-Spieler haben jetzt an einer Online-Umfrage teilgenommen, die in einschlägigen Facebook-Gruppen veröffentlicht wurde. Mit dieser Untersuchung wurde nun festgestellt, wie es wirklich um die Einstellung von Pokémon-Go-Spielern hinsichtlich der ethischen Moral und rechtlichen Bedenken bestellt ist. Auffällig ist in der Auswertung besonders ein Zusammenhang zur Exklusivität einiger Pokémon sowie zum bislang erreichten Level.

Autoren: Schütte, Reischl, Kaufmann siehe Vita

 

Florian Schütte
V Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Online-Handel

Aufgrund vieler Übergriffe auf die Identität von Nutzern, die im Online-Handel Produkte erwerben, beschäftigt sich dieses Paper mit Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Online-Handel. Zunächst geht es vor allem um die Begriffe Identität, Diebstahl und Missbrauch. Die Arbeit zeigt weiterhin, welche technischen Möglichkeiten existieren, um Identitäten habhaft zu werden. Die Ausarbeitung legt darüber hinaus dar, welche rechtlichen Aspekte es hierzu gibt. Anhand einer Analyse der Literatur und eines konkreten Fallbeispiels konkludiert die Arbeit Schritte zur Vermeidung solcher Übergriffe.

Autoren: Florian Brandt, Mohammed Majeed, Alexander Reinhardt

 

V Gesundheitsdaten von Wearables in der Finanzbranche

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V Soziale Akzeptanz von Zensur und Anonymität im Internet

Der Mensch hat sich im digitalen Umfeld größtenteils daran gewöhnt für Firmen und Geheimdienste im weitesten Sinne transparent und normalerweise nicht anonym im Internet unterwegs zu sein. Ein anonymes surfen ist jedoch ohne großen technischen Aufwand möglich. Die Anwendungsfälle für die Verschleierung der eigenen Identität im Internet reichen vom reinen Schutz der Privatsphäre über das Umgehen von Zensur oder anderen Einschränkungen bis hin zu kriminellen Tätigkeiten.
Wie ist die Anonymisierung im Internet also zu beurteilen? Da es hierauf aufgrund der vielen Szenarien keine klare Antwort geben kann, werden wir die technischen Möglichkeiten aufzeigen und die in Österreich bestehende Meinung erkunden, ob ein Verbot von Anonymisierungsmöglichkeiten denkbar wäre.

Autoren:

Christian Eichinger stammt aus Eferding, einem kleinen ländlichen Bezirk in Oberösterreich. Zwischen 2002 und 2007 hat er die Höhere Technische Bundeslehranstalt (HTBLA) für EDV und Organisation in Leonding (OÖ) mit dem Schwerpunkt kommerzielle Datenverarbeitung besucht und mit Matura abgeschlossen. 2008 bis 2013 folgte das Bachelor- und Masterstudium an der Fachhochschule Hagenberg im Studiengang Sichere Informationssysteme. Schwerpunkt dieses Studiums waren Datensicherheit, Informationssicherheitsmanagement, Netzwerksicherheit und Kryptographie/Biometrie. Neben diversen Praktika (z.B. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn) ist Christian seit 2011 als Softwareentwickler bei New Technology Systems GmbH angestellt. Seit Oktober 2015 ist er Student im berufsbegleitenden Studiengang Digital Business Management an der FH Steyr und JKU Linz.

Bernhard Ecklbauer entschied stammt aus Ansfelden bei Linz (OÖ), besuchte eine Schule für Informatik und Wirtschaft in Wien ehe er in Hagenberg Mobile Computing (Bachelor + Master) studierte, seit 2013 arbeitet er als Software-Entwickler bei der IT-Security-Firma Sophos. Im Jahr 2015 entschied er sich für einen zweiten Master im Bereich Digital Business Management.

Markus Lebersorger stammt aus Vorchdorf, Oberösterreich. Er hat von 2002 bis 2006 an der JKU Linz das Diplomstudium Betriebswirtschaft absolviert. Sein Spezialisierungsfach war Marketing. Die Diplomarbeit wurde zum Thema: Einsatzmöglichkeiten von Methoden der betrieblichen Früherkennung im Internationalisierungsprozess eines Industriegüterunternehmens verfasst. Nach dem Studium war er 10 Jahre in unterschiedlichen Positionen im Bereich Marketing und Vertrieb für die Fronius International GmbH tätig. Seit Oktober 2016 ist er als Mitgründer bei der Innoviduum GmbH (www.innoviduum.at) tätig.

 

V Akzeptanz von Learning Analytics bei Studierenden

 

 

Track 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

9:30 - 11:00 Uhr im Hörsaal 3

V Crossmedia-Express

 

Kurzvorträge zu aktuellen Themen der Crossmedia-Welt,
Ethische Fragen der digitalen Kommunikation. Ein Masterstudien-Verbundprojekt

  • Die Gesundheit als sensibles Vertrauensgut (Sebastian Soyka, Jürgen Vogel, Denise Albrecht)
  • Risikowahrnehmung von selbstlernenden E-Mail Management Systemen (Ines Einsporn, Michaela Fraundorfer, Stefanie Lange)
  • Digitaler Fußabdruck – Das Bewusstsein von digitalen ExpertInnen im Umgang mit persönlichen Daten im Internet (Julia Schestauber, Manuela Walchshofer, Kassra Adloo)
  • Der Umgang von Retail Banken mit Akzeptanzkriterien von Mobile Banking (Florian Kohl, Michael Reikersdorfer)

Moderation: Prof. Dr. Michael Herzog, HS Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Elisabeth Katzlinger-Felhofer (JKU Linz)

POSTERPRÄSENTATIONEN in der anschließenden Pause

  • Fitness-Apps: Push-Benachrichtigungen als Motivationssteigerung und ethische Bedenken (Sandra Rechberger, Daniel Wimmer, Viviane Dreusicke)
  • Was sind mir meine persönlichen Daten wert? (Verena Kopf, Karin Thürschmid, Alexandra Seegerer)
  • Roboter am Arbeitsplatz: Der Fortschritt der Automatisierung in der Intralogistik und seine ethischen Implikationen (Bernhard Gerhardter, Martin Hiesberger, Jochen G. Fuchs)
  • Die anlassbezogene Änderung von Facebook-Profilbildern und Slacktivism – Eine empirische Studie (Lorenz Lachinger, Wolfgang Schönberger, Markus Augé)
  • Der Zusammenhang zwischen soziodemografischen Merkmalen beziehungsweise der Partei österreichischer Politiker und der Verwendung von Facebook als Kommunikationskanal (Thomas Groissberger, Birgit Kocher)

 

Michael Herzog
Elisabeth Katzlinger

Samstag, 20.02.2016 — 11:00-11:30 Uhr Konferenz Kaffee + Posterausstellung vom Crossmedia-Express

Track 2 :: Content first - Entwicklungen im Newsroom

11:30-13.00 Uhr im Hörsaal 1

V Netzwende - Qualitätsjournalismus gefragt
Wir erleben im Netz eine Entwicklung, die uns von der Lebensmittelindustrie und der Energiebranche bekannt vorkommt. Aus zuvor raren und daher wertvollen Gütern, werden billig produzierte Angebote für die Masse. Sobald der Zugang nicht mehr das Problem ist, rückt die Beschaffenheit in den Vordergrund. Konkret: Es geht heute nicht mehr darum, nur satt zu werden, sondern sich gesund zu ernähren. Es ist keine Frage mehr, ob Strom aus der Steckdose kommt, sondern unter welchen Bedingungen dieser Strom produziert wird. Meine These: Auch im Netz wird es zu einem vergleichbaren Umdenken kommen. Es geht nicht mehr darum, irgendwie an Inhalte zu kommen. Die Inhalte müssen auch nachhaltig produziert werden. Wir erleben gerade einen Boom von digitalen Reformhäusern wie posteo (Email), Wecloud (Cloud-Anbieter) oder eben uns, piqd (fairer Kuratierungsdienst, der seine Quellen feiert und respektiert). Aber der aufgezeigte Trend wirft Fragen für alle Inhalteproduzenten auf - insbesondere wenn es sich um kostenintensive Crossmedia-Produktionen handelt.
Frederik Fischer
V Die digitale Transformation oder die Frage: Hat eine Print-Redaktion überhaupt die Chance, in der neuen Welt anzukommen?

Die Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung befindet sich derzeit in der digitalen Transformation. Viele können das kaum noch hören, sind aber täglich mit den Veränderungen konfrontiert. Die Redaktion wird komplett neu strukturiert: neue Regiodesks, neue Aufgaben, neue Produktionszeiten, neue Arbeitsabläufe und neue Anforderungen an die Redaktion. Aber reicht das, um in der neuen Welt anzukommen? Wie gewinnt man erfahrene Print-Redakteure für digitale Aufgaben? Wie ist es zu schaffen, dass Print-Redakteure und Onliner auf Augenhöhe miteinander verhandeln? Gibt es digitale Geschäftsmodelle, die das noch erfolgreiche Print-Geschäft einmal ablösen können?  Jeden Tag lernen wir derzeit dazu. Ein Blick in das Innenleben einer sich wandelnden Redaktion.

Hartmut Ausgustin
V Der trimedial ausgerichtete Newsroom von MDR SACHSEN-ANHALT, neue Rollen, Mitarbeiter im Veränderungsprozess.

Überall in Deutschland verändern sich Medienhäuser. Neue Nutzergewohnheiten zwingen die Anbieter, ihre Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. Im Mittelpunkt steht dabei oft der Newsroom. Hier bündelt sich die Aktualität, das Kerngeschäft des Journalismus, sei es in Zeitungshäusern, sei es in öffentlich-rechtlichen Landesfunkhäusern. Der Newsroom von MDR SACHSEN-ANHALT befindet sich in einem permanenten Veränderungsprozess. Viele Arbeitsabläufe werden entweder trimedial oder onlineorientiert ausgerichtet. Dabei entstehen neue Rolle und neue Anforderungen an die Mitarbeiter. Frank Rugullis wird den Stand der Dinge erläutern und berichten, wie Mitarbeiter in diesem Prozess eingebunden und motiviert werden können.

Frank Rugullis

Track 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

11:30 - 13:00 Uhr im Hörsaal 3

V Crossmedia-Express - Fortsetzung

 

Kurzvorträge zu aktuellen Themen der Crossmedia-Welt,

  • Shitstorm im Netz – Der Verlust von Moral und Werten in der Onlinekommunikation (Victoria Krauk, Ines Schallauer, Anke Haaß)
  • Original oder Fälschung? Kategorisierung von Kriterien bewusst manipulierter Kundenrezensionen und deren Erkennung (Alexander Böckl, Alfons Weinzierl, Katrin Wildt)
  • Die Zukunft des Erinnerns und Vergessen – Herausforderungen in der Gestaltung (Sabrina Waldbauer, Christina Weitz, Fred Basalama)
  • Meinung wird zu Wissen - Semantische Analyse und Verwertung von Online-Abstimmungen in den Medien (Dr. Martin Stabauer)

Die Beiträge des Crossmedia-Express werden von Master-Studierenden präsentiert. Das Kooperationsprojekt wurde betreut durch Prof. Dr. Michael Herzog, HS Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Elisabeth Katzlinger-Felhofer und Dr. Martin Stabauer (Johannes Kepler Universität in Linz).

 

Martin Stabauer

Samstag, 20.02.2016 — 13:00-14:00 Uhr Konferenz Lunch

Track 2 und 3 :: Content first - Entwicklungen im Newsroom

14:00 - 15.30 Uhr Hörsaal 2

Podiumsdiskussion

"Content first! Inhalt zuerst, dann das Medium. Und der Autor? Und was will der Leser/Zuschauer/Nutzer überhaupt?"

mit Hartmut Augustin, Chefredakteur Mitteldeutsche Zeitung, Marc Rath, Koordinator Lokalredaktionen Volksstimme, Dr. Friedrike Schultz, exozet

Moderation Ilona Wuschig, Professorin für TV und Medien, HS Magdeburg-Stendal

Track 2 :: Inhalt und Design Für Social Media

15:45-17:15 Uhr im Seminarraum 2

WS Vier Apps für unterwegs: Periscope, Tumblr, Instagram und AudioguideMe

Workshop: Der Übertragungswagen hat ausgedient – heutzutage können Publizierende ihre gesamte Arbeit auch von unterwegs auf dem Smartphone erledigen – egal ob Audio, Video, Foto oder Text. Als mobiler Projektleiter von Netzpiloten.de, die Elbe erkundender ElbeBlogger oder europaweit Coworking Spaces porträtierender Blogger, hat Tobias Schwarz mit den verschiedensten Apps die unterschiedlichsten Formate entwickelt und so seine journalistische Tätigkeit mobil gestaltet. In seinem Workshop  gibt er eine Einführung in die Nutzung der Apps, zeigt welche Erfahrungen er mit ihnen gemacht hat und probiert mit Teilnehmern die Nutzung an einem Beispiel unter Echtzeitbedingungen aus.

Tobias Schwarz

Track 3 :: "Sie werden verbunden!" - Connected World?

15:45-17:15 Uhr im Hörsaal 3

V MenschOrtWeb - Stadt als digitaler Erlebnisraum

Das Smartphone hat sich zum primären Kommunikationsinstrument entwickelt. Auch für Städte und Gemeinden ergeben sich daraus neue Anforderungen, vor allem auch Chancen. Durch die Errichtung von analog-digitalen Erlebnisräumen können Städte und Gemeinden gezielt auf die Anforderungen der "digitalen Menschen" eingehen und die Attraktivität der analogen Räume erhöhen. Es werden gezielt digitale Angebote erschaffen, die entlang des analogen Raums wirken. Über App-Entwicklungen, die das möglich machen, berichtet dieser Vortrag am Beispiel von Magdeburg, das ab März 2016 per augmented Reality zu genau so einem analog-digitaler Erlebnisraum wird! 

Martin Adam
V Partizipationspotentiale und Geschäftsmodelle der „smart cities“ der Zukunft.

Städte sind Lebensräume, die sich stetig entwickeln und verändern, die aufblühen oder in sich zusammenbrechen. Das Konzept einer intelligenten Stadt, einer smart city, greift die Frage auf: "Wie können Städte und urbane Regionen auch zukünftig lebenswert sein, ressourceneffizient und nachhaltig sein?" Schlüsselworte wie "sharing" und "trading" zeigen die Veränderung im Umgang mit Wirtschaftsobjekten und Daten - neue Geschäftsmodelle und kollaborative Lösungsansätze entstehen.

Möglich wird diese Herangehensweise durch eine Digitalisierung, ‎die vor keinem Lebensbereich Halt macht. Im Internet der Dinge kommunizieren Objekte miteinander um eine optimale Verkettung von Prozessen zu gewährleisten, die am Ende on demand individuelle Services und Produkte gewährleistet. Bedarfe werden erhoben oder formuliert.

Offene Standards ‎und der Zugang zu integrem Datenmaterial sowie zur technischen Infrastruktur (Breitband) ermöglichen eine informierte und effektive Partizipation. Diese steht fernab der Bürgerbeteiligungsromantik der vergangenen Jahre. Die Chancen und Potentiale eines gleichberechtigten Gestaltungsdialoges zwischen Bürger und Politik basierend auf Daten, stehen im Zentrum des Vortrages.  Die Ansätze werden anhand eines touristischen Infrastruktur-Projektes anschaulich dargestellt.

Sabine Griebsch

Abschlusspanel — 17:30-18:00 Uhr

Track 1,2 und 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

17:30 - 18:00 Uhr im Hörsaal 2

Demokratisierung oder Elitenprojekt – der Wandel politischer On- und Offlinekommunikation und –partizipation

 

Seit den 1960er Jahren haben sich unkonventionelle Formen der politischen Teilhabe in der deutschen Öffentlichkeit etabliert. NGO's entstanden und wurden anerkannte Akteure im vorpolitischen und politischen Raum. Demonstrationen, Sit-Ins und Happenings, Boykotte, Besetzungen und Blockaden wurden zu dauerhaften Elementen des politischen Handlungsrepertoires der Bürger westlicher Demokratien. Der Begriff des Politischen wurde geweitet und schließt inzwischen Kommunikation mit ein. Hannah Arendts Einschätzung, dass Reden selbst eine Art Handeln sei, setzte sich durch.

Seit den 1990er Jahren haben sich unkonventionelle und neue Medien und Formen der Kommunikation entwickelt. Die digitale Medien verändern  den kommunikativen Handlungsspielraum politischer Akteure. Dies und neue Nutzungsroutinen verändern die Strukturen der Kommunikation sowie die Machtverhältnisse zwischen den Akteuren und den Medienkonsumenten.  Politische Akteure professionalisieren ihre Medienauftritte und Kommunikationen, können Botschaften  auch ohne professionelle Medien an den Bürgerbringen,   medial kompetente Nutzer werden zu Anbietern. Was sich auf den ersten Blick demokratisch anhört, führt in der Realität zu einem democratic divide, bei dem sich medienaffine gebildete Kohorten weitere Partizipationsmöglichkeiten erschließen und Meinungshoheit gewinnen.

Der strukturelle Wandel politischer Kommunikation wirkt sich auf der Mikroebene (Veränderungen von individuellen politischen Meinungsbildungsprozessen), auf der Mesoebene (Verschiebungen in Öffentlichkeitsbereichen, neue personale und institutionalisierte Akteure) und auf der Makroebene (Veränderungen der demokratischen Routinen, Gouvernancee statt Gouvernment). Am Beispiel von Medien, Kommunikation und Aktionen, die im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt eine möglichst inklusive politische Kommunikation ermöglichen sollen, wird diskutiert, wie sich die demokratische Grundforderung, alle Bürger_innen zu informieren und in demokratische Prozesse einzubinden, verändert.

Ilona Wuschig